Unsere Gäste am Mi. 12.06.2019

Die Sängerin Adina Romana aus Frankreich mit Chansons & Emotional-Pop.


Leocadia

tanzt Tribel Fusion


holderdie hoodie da sind sie wieder.

Coco & Hoppo

Cody Stone direkt vom Frachter in die Marlene.

Die Närrin & der Narr werden uns narren.

Yvette Chelou

hallo ist da wer, noch Fragen?



Chanson


(frz. Lied) bezeichnet im deutschen Sprachraum ein im französischen Kulturkreis verwurzeltes, liedhaftes musikalisches Genre, das durch einen Sänger oder eine Sängerin sowie instrumentale Begleitung gekennzeichnet ist. Ab dem 19. Jahrhundert als klar konturierte, „typisch“ französische Variante der internationalen Popkultur präsent, diffundierte das Chanson in den vergangenen Jahrzehnten immer stärker in Richtung Pop, Rock sowie andere zeitgenössische Stile aus


Die Ursprünge des Chansons reichen bis weit ins Mittelalter zurück. Schon früh entwickelten sich zwei unterschiedliche Ausprägungen – eine literarische, höfische, von mittelalterlichen Troubadoren abgeleitete und eine volkstümliche.[2] Aufgrund seiner langen Geschichte, seiner über den französischsprachigen Raum herausgehenden Verbreitung und aufgrund der unterschiedlichen Stile, mit denen es sich im Lauf der Zeit vermengt hat, ist eine eindeutige Abgrenzung zu anderen Musikgenres schwer. Nicht eindeutig festgelegt ist insbesondere die Abgrenzung:


zum deutschsprachigen Lied beziehungsweise zur deutschen Liedermacherszene

zum deutschen Schlager

zum Kabarett- oder Varieté-Lied als Bestandteil eines Programms oder einer Show

zur angelsächsischen Folkmusik beziehungsweise dem im angelsächsischen Raum gängigen Singer-Songwritertum und

zur angelsächsischen Popmusik.


Die klassische Chansonära:

1890 bis 1960


Ab dem 19. Jahrhundert entfaltete das französische Chanson internationale Ausstrahlung als Schlager- und Kabarettlied. Im Unterschied zur Opernarie und dem Operettenschlager war es grundsätzlich unabhängig von einer Bühnenhandlung, wurde nicht unbedingt opernhaft gesungen und hatte in der Regel keinen Chor. Während sich die Tradition des literarischen Chansons mehr und mehr in die Sphäre unterschiedlicher Clubs und Gesellschaften verlagerte, gewannen Cafés und Varietés als Auftrittsorte immer mehr an Bedeutung – eine Folge auch der Tatsache, dass die Theater ihr Monopol für öffentliche Aufführungen mittlerweile verloren hatten. Als Amüsierbetriebe für Arbeiter und ein zunächst vorwiegend kleinbürgerliches später auch bürgerliches Publikum entstanden seit den 1830er Jahren in Nachfolge der Goguette die ersten Cafés chantants auf den Ausfallstraßen von Paris. Es folgten die vor allem in den nordöstlichen Stadtvierteln, am Montmartre und im Quartier Latin gelegenen Café-concerts, also in den Stadtteilen, in denen die sogenannten „classes laborieuses“ lebten.[6] Dort sollten und wurden vermutlich auch keineswegs nur harmlose Texte vorgetragen, sondern auch sozialkritische und politische Lieder. Bekannt wurden vor allem das 1858 eröffnete Eldorado, das mit seinen 2000 Plätzen zum Tempel des Chansons erhoben wurde, oder die 1856 erbaute Scala. Ende des Jahrhunderts eröffneten dann die literarisch-künstlerischen Etablissements im Pariser Stadtteil Montmartre, so das 1880 von Rodolphe Salis begründete Le Chat Noir. Als weitere Auftrittsorte kamen schließlich Varietétheater wie das Moulin Rouge, die Folies-Bergères und das Olympia hinzu. Gemeinsam mit den ersten Kinos traten sie in Konkurrenz zum Café-concerts und verdrängten es schließlich.


Da das Chanson vor allem seit der Revolution von 1789 mit hoher Sprengkraft verbunden war, wurden diese Amüsierbetriebe mit Argwohn betrachtet. Napoleon I. hatte bereits 1806 die zuvor ausgesetzte Zensur wieder eingeführt und auf Chansontexte ausgedehnt. Der Erfolg der Café-chantants und Café-concerts führte zu einem hohen Aufkommen an Chansons, das ein immer engmaschigeres Zensursystem erforderte. Nach zeitgenössischen Schätzungen wurden in 1880er Jahren allein in Paris jährlich 300.000 Chansons produziert.[7] Unter den verbotenen Chansons befanden sich in der Tat zahlreiche sozialkritische und auch anarchistische Chansons. Sie kritisierten die soziale Ungerechtigkeit und karikieren die Lebensweise des Bürgertums (z. B. Les infects von Leonce Martin oder Les Bourgeois von Saint-Gilles) sowie seine Angst vor den Attentaten des Anarchisten Ravachol (beispielsweise das Lied La frousse, das 1892 in La Cigale gesungen werden sollte).[8] Andere Chansons griffen die den Arbeiter abwertenden Bezeichnungen der herrschenden Klasse auf und werteten sie positiv um. Normalerweise hätten diese Chansons das Selbstbewusstsein der Arbeiter gestärkt, wie beispielsweise Le prolétaire von Albert Leroy oder Jacques Bonhomme von Léon Bourdon.[9] Das bis 1906 arbeitenden Zensursystem versuchte dem vorzubeugen. Die Café-concerts mussten die Texte einreichen und eine Titelliste am Aufführungsabend aushängen, damit die Beamten das Repertoire überprüfen konnten. Da oft Änderungen vorgenommen wurden oder der Wortlaut während der Aufführung verändert wurde, schickte man schließlich Beamte in die Veranstaltungen, um den Wortlaut der gesungenen Chansons mit den eingereichten Texten zu vergleichen. Als erster moderner Chansonsänger sowie Pionier des naturalistischen Chansons gilt allgemein Aristide Bruant – ein Freund des Plakatmalers Henri de Toulouse-Lautrec. Bruant war als Sänger sehr populär; im Chat Noir absolvierte er seine Auftritte oft vor ebenfalls prominenten Literaten und Komponisten wie Alexandre Dumas, Émile Zola und Claude Debussy, der im Chat Noir gelegentlich Volkschöre mit der Blechgabel zu dirigieren pflegte. Yvette Guilbert, eine bekannte Sängerin und Diseuse, die sowohl im Chat Noir als auch im Moulin Rouge auftrat, brachte das Chanson aufgrund ihrer regelmäßigen Aufenthalte in Berlin auch nach Deutschland

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